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Das Leben wie ein Kartenspiel sehen

 

Ich spiele für mein Leben gerne Rommé*.

Während ich da so spiele kommt mir folgender Gedanke:

 

Man ist voller Eifer bis man alle 13 oder 14 Karten erhalten hat. Das man vorab keinen Joker gezogen hat, ist kein Problem. Es kann ja noch einer ausgegeben werden. Es beginnt das Sortieren und Selektieren. Was passt zusammen. Welche Kombinationen sind möglich? Keinen Joker erhalten, dann wird man im Spiel vielleicht noch einen ziehen. Eventuell braucht man aber auch keinen, sind die Karten sehr gut. Es fehlen nur noch ein paar wenige, dann kann man sogar Handrommé spielen. Ein erster Eindruck entsteht, der sich auf die Sicht des ganzen Spieles auswirkt. „Das könnte ich glatt gewinnen!“ oder eben „Das gewinne ich nie!“ Bei der Aussicht auf den Gewinn, spielt es sich mit einem ganz anderen Eifer. Es spielt sich mit einer vermeintlichen Gewissheit auf den Sieg und einem Lächeln im Gesicht, außer man spielt mit Pokerface. : )

 

Mit schlechten Karten auf der Hand, würde man am liebsten gleich aufgeben. „Macht ja eh keinen Sinn!“ „Ich bräuchte komplett neue Karten, selbst mit Joker geht da nichts!“ Man fühlt sich als Verlierer. Als Opfer der schlechten Karten und anderen Spieler.

 

Aber das ist weit gefehlt!

 

Sind die Karten sehr vielfältig und keine Kombination ersichtlich, gilt es abzuwarten, was gezogen wird. Spielrunde für Spielrunde. Hier gilt es, nicht aufzugeben. Denn werden nach und nach die passenden Karten gezogen, löst sich die anfängliche Frustration. Läuft und läuft das Spiel, haben die anderen Mitspieler anscheinend auch keine besseren Karten. Deren schlechte Karten, werden zum eigenen Vorteil, denn dadurch entsteht Zeit. Zeit die man für sich selber nutzen kann. Das weiß  man jedoch zu Beginn nicht, da sich keiner in die Karten blicken lässt oder Preis gibt, wie es um das eigene Blatt steht. Also hat sich eine Grundeinstellung des Abwartens anstatt Aufgebens schon mal bewehrt. Nicht nur im Kartenspiel, sondern ebenso im Leben.

 

Also wird die Zeit genutzt, um Runde für Runde die gewünschten Karten zu ziehen. Leider hat man allzu schnell vorgefertigte Kombinationen im Kopf. „Die und die Karte muss ich ziehen, um zu gewinnen.“ Doch hier ist Vorsicht geboten. Je flexibler man spielt, desto eher gewinnt man. Damit meine ich, wenn ich wie verbissen auf die Herzdame warte oder vor lauter Wunsch nach dem Joker die anderen Möglichkeiten übersehe, kann das Spiel ein anderer Mitspieler für sich ausmachen. Besser ist, die Karte die gezogen wird genau zu betrachten und in seine bereits vorhandenen Karten auf der Hand zu nehmen. Möglicherweise neue Anordnungen erkennen und auf einem vorher ungeahnten Weg, das Spiel gewinnen. Offen sein für die Optionen die wir nicht „fertig“ in unserem Kopf haben.

 

Nicht aufgeben und abwarten. Offen sein für alle Möglichkeiten. Auch das Miteinander bedingt das Spiel. Hat man selbst oder die anderen gute Karten, ist das Spiel schnell vorbei. Doch wenn nicht, entsteht Raum für das Spiel. Das Miteinander. Das was das Spiel ja ausmacht. Zeit miteinander zu verbringen. Gemeinsam zu verweilen. Gewinnen ist Ziel des Spiels, aber im wahren Leben geht es um die Freude des Miteinanders, das Annehmen was ist, dem flexiblen und offenen Begegnen des Leben mit seinen Herausforderungen sowie der Meisterung allem mit Ausdauer und Zuversicht.

 

Vielleicht nicht von jetzt auf gleich, aber jeden Tag ein bisschen mehr.

 

In diesem Sinne,

Herzlichst Alessandra Königsberger

 

*Rommé wird mit zwei Paketen französischer Spielkarten zu 52 Blatt und jeweils drei Jokern, insgesamt also mit 110 Karten von zwei bis sechs Personen gespielt. Jeder Spieler spielt für sich selbst, es gibt keine Partnerschaften.

Ziel des Spieles ist es, sein Blatt zu Figuren zu ordnen und auszulegen. Der Spieler, der als Erster alle Karten auslegen kann, gewinnt das Spiel. (Quelle WikipediA)

 

Bild von Pexels auf Pixabay

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